OLYMPIA-China wirft ausländische Studenten aus dem Land

By: Yes we can change, 7 months

Die Welt soll bei den Olympischen Spiele in Peking zu Gast sein, doch ausländische Hochschüler sind unerwünscht: China duldet während des sportlichen Weltereignisses keine Gaststudenten. Spätestens im August müssen sie das Land verlassen - aus Gründen der Sicherheit, heißt es.

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Peking - Sie werden bald ihre Koffer packen müssen - ausländische Studenten sind in China während der olympischen Spiele in dem Land nicht willkommen. Sie müssen im Sommer das Land verlassen.

Studenten an der Uni in Tianjin: Ausländer müssen ausreisen
REUTERS

Studenten an der Uni in Tianjin: Ausländer müssen ausreisen

Im Juli und August müssten sie alle ausreisen, bestätigten am Donnerstag mehrere Universitäten in Peking. "Selbst wer im nächsten Semester weiterstudiert, muss in den beiden Monaten ausreisen", sagte eine Sprecherin der Peking Universität. "Es ist bei allen Universitäten dasselbe. Die Anweisung kam von höherer Stelle." Es werde auch nicht wie sonst üblich kurzfristige Sommerkurse geben.

Das Außenministerium in Peking begründet die Beschränkungen nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa mit der "internationalen terroristischen Bedrohung" der Olympischen Spiele und "anderen Sicherheitserwägungen". Das Ministerium verwies darauf, dass die chinesische Polizei im Januar in Nordwestchina eine mutmaßliche muslimische Terrorgruppe ausgehoben habe, und im März habe es einen versuchten Brandanschlag auf ein chinesisches Flugzeug gegeben.

Mehrere zehntausend ausländische Studenten werden im Sommer China verlassen müssen, schätzt der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD). Nach Zahlen des chinesischen Bildungsministeriums sollen 2007 sogar rund 190.000 ausländische Studenten China besucht haben.

Etwa 1300 deutsche Studenten lernen nach Angaben des Auswärtigen Amtes an den Universitäten Chinas - rechnet man die Kurzstudiengänge noch mit, sind es sogar 2700.

Der DAAD in Peking sagte auch Probleme für geplante Aufenthalte von ausländischen Forschern im Sommer in China voraus. Bei der Wiederaufnahme des Studiums im Herbstsemester, zu dem die ausländischen Studenten eigentlich alle Anfang September und damit vor den Paralympischen Spielen (6. bis 17. September) zurückkehren müssten, könne es ebenfalls eng werden.

Die chinesischen Behörden haben wegen der Spiele in Peking bereits die Vergabe von Visa an Ausländer massiv eingeschränkt. Die europäischen Handelskammern protestierten gegen diese Verschärfung, die auch Geschäftsleute besonders treffe und "sehr negative" Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeiten habe.

Das Außenministerium verteidigte die Einschränkungen für Touristen und Geschäftsleute. Im Vergleich zu anderen Ländern sei die Visavergabe noch "ziemlich bequem", sagte die Sprecherin Jiang Yu. "Ich glaube, es wird keine negativen Auswirkungen auf normale Geschäfts- und andere Aktivitäten haben."

Menschenrechtsorganisationen fordern mehr Druck auf China

Knapp vier Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking forderten jetzt Vertreter mehrerer Menschenrechtsorganisationen verstärkten internationalen Druck auf China. Die westlichen politischen Führer müssten für ihre Teilnahme an der Eröffnungszeremonie Bedingungen stellen, forderte der Präsident der Organisation "Initiatives for China", Yang Jianli, in Straßburg bei einer Anhörung im Europarat. Sie müssten von Peking die Einhaltung von Mindeststandards bei den Menschenrechten einfordern, sagte Yang, der in China fünf Jahre inhaftiert war und heute als Mathematiker in den USA arbeitet.

Olivier Basille von der Organisation "Reporter ohne Grenzen" forderte die EU auf, die Eröffnungszeremonie am 8. August zu boykottieren, wenn sich die Lage bis dahin nicht gebessert habe. China sei heute das "größte Gefängnis für Journalisten in der Welt". Mehr als hundert Journalisten seien in dem Land inhaftiert. Noch hätten die Politiker fast vier Monate Zeit, mit Druck auf die Regierung in Peking einzuwirken. "Einen Tag vor Beginn der Spiele ist es zu spät", sagte Basille.

Für die Führung in Peking sei das Image Chinas im Ausland wichtig, sagte Corinna-Barbara Francis von Amnesty International (ai). Die Olympischen Sommerspiele seien daher eine ideale Gelegenheit, um die "verheerende Menschenrechtslage" in dem Land anzuprangern. Francis sagte, in China seien derzeit schätzungsweise 500.000 politische Häftlinge hinter Gittern. Viele von ihnen seien seelischer und körperlicher Folter ausgesetzt. Der Fall des bekannten Oppositionellen Hu Jia sei nur einer von Tausenden. Der 34-Jährige war Anfang April wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

An der Anhörung nahm auch der Vertreter des Dalai Lama in Paris, Jampal Chosang, teil. Er wiederholte die Forderung nach Entsendung einer Delegation von Uno und EU nach Tibet; beide Organisationen sollten sich vor Ort ein Bild von der Lage machen. Die chinesische Regierung hatte eine Einladung des Europarats zur Teilnahme an der Diskussion abgelehnt.

maf/hen/dpa/AFP

Comments (4)

  1. Julia
    Julia , 7 months

    Ja, habe ich auch gelesen. Das betrifft nach Angaben des Auswärtigen Amtes etwa 1300 deutsche Studenten. Mit Kurzzeitstudenten sind etwa 2700 junge Deutsche, die das Land verlassen müssen, egal ob man im nächsten Semester weiter in China studiert.


    Also ich würde mich an deren Stelle ärgern. Zudem werden die  Bedingungen für das Beantragen eines Visums verschärft. Ich frage mich, wie das mit den vielen Olympia Besuchern werden soll. Wollen die Besucher oder nicht?

     
  2. Denise-Annette
    Denise-Annette , 7 months

    Besucher schon-aber die sind dann handverlesen-viele chinesen, wie wir das ja früher von der DDR und den Russen kannten-nur, ob sich die westliche Welt das gefallen lassen sollte, daran habe ich Zweifel-hm und wenn die alle ausschließen, die irgendwo im Internet auffallen in Foren-was bestimmt möglich ist-tjy, da isses dann die Chinesische Olympiade.

    Was ich übrigens vermisse und suche

    Russische Stimmen zu der Thematik-merkwürdig...

     
  3. Julia
    Julia , 7 months

    tja China wagt sich weit vor. die Spiele sind die Chance um  gegen viele menschenunwürdige Verhaltensweisen vorzugehen. ein Mächtespiel. China will sein "Imperium" auf seine Art ausbauen. Rücksichtnahme ist wohl auch ein unbekanntes Wort... traurige Realität

     
  4. Denise-Annette
    Denise-Annette , 7 months

    Ich denke-es wäre auch eine Sache der Sportler gewesen, sich zu erklären-alle gemeinsam, denn sie wissen bestimmt,wer die Teilnehmer sind-dem IOC die Stirn bieten, indem sich alle gemeindam gegen Spiele dort stellen-die Reaktion des IOC hätte ich gerne gesehen,wenn alle gemeinsam einen Brief unterschreiben, in dem sie sich weigern, anzutreten...

    das wäre mal eine Sache gewesen,wie ich sie eigentlich erwartet hätte-und es sind Staaten da,wie Griechenland ect,wohin man hätte verlegen können,und wenn die Spiele dafür ein Jahr später stattfinden würden-auch egal-aber in jedem Falle ein deutliches Signal, dass ernst genommen worden wäre.

     

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